Aktuelles (Schule)


Indienreise 2020

Mittwoch, 2. September 2020 um 13:05 Uhr von Homepage AG

 

Partnerschaftsbesuch 2020

Liebe Mitschüler und Freunde unserer Schulpartnerschaft,

nach einer langen und intensiven Vorbereitung war es im Februar endlich soweit und wir konnten unsere Partnerschulen in Indien besuchen. Es war eine Reise voller unglaublicher Erfahrungen und spannender Erlebnisse. Gleichzeitig war es eine Zeit eines intensiven und produktiven Austausches. Damit ihr einen kleinen Eindruck davon bekommt, was wir alles erlebt

haben, möchten wir, die Indien AG des Tagore-Gymnasiums, euch von unserer Reise nach Indien berichten. Vielleicht bekommt ihr ja Lust die Partnerschaft aktiv zu unterstützen und bei unseren Partnerschaftsprojekten mitzuwirken! Wir würden uns freuen!

Am Sonnabend den 01.02.2020 flogen wir von Berlin nach Kiew, von Kiew nach Delhi und von Delhi nach Kolkata. Das war eine ziemlich lange Zeit im Flugzeug, aber für einige von uns war es der erste Flug und daher kam keine Langeweile auf. Dennoch freuten wir uns auf unser Hotel in Kolkata. Wir betraten indischen Boden und waren sofort von einem

lauten Hupkonzert umgeben. So eine Menge Autos, Menschen und

Rikschas. Unsere Gruppe wurde in drei Taxen verfrachtet und ab ging es ins Hotel. Über den Fahrstil der Taxifahrer durfte man nicht

nachdenken. Bevor wir aber in unsere Betten fallen konnten, gingen wir auf Nahrungssuche.

Wir fanden ein tolles Restaurant, das viele verschiedene Gerichte Indiens auf einem einzigen Teller servierte (siehe Bild). Die Schärfe einiger Speisen trieb uns die Tränen in die Augen. Unser Hotel war eher eine Jugendherberge. Trotz der harten Matratzen schliefen wir doch sehr gut.

Am nächsten Morgen früh um 8 Uhr, ging es mit dem Zug nach Santiniketan. Die Zugfahrt war ein Abenteuer. Links und rechts zogen die Reisfelder und viele indische Dörfer an uns vorbei. Teilweise sah es aus wie im Mittelalter. In Bolpur angekommen, wurden wir von den indischen Schülern und Lehrern am Bahnhof herzlich in Empfang genommen und zunächst zur Children‘s-Theater-Akademie gefahren, die mit unseren Partnerschulen das Theaterprojekt geplant hat. Wir besprachen den Ablauf unseres Aufenthaltes. Insbesondere wie wir unsere Theaterprojekte umsetzen könnten. Von der ersten Minute an gab es gleich einen regen Austausch mit unseren Gastschülern. Schnell fanden wir gemeinsame Themen. Zu unserer Erleichterung gab es für unsere Aufregung im Vorfeld gar keinen Grund. Alle waren super nett. Die Sprachbarriere wurde mit Händen und Füßen überwunden. Aber dennoch war uns ein bisschen mulmig, mit den indischen Schülern in ihre Familien zu gehen.

Aber auch von den Familien wurden wir sehr herzlich aufgenommen.

Jeden Tag fuhren wir mit dem Fahrrad gemeinsam mit unseren Gastschülern zur Schule oder trafen uns in der Nähe. Das Fahrradfahren in Indien war völlig anders als in Deutschland. Nicht nur, dass links gefahren wurde, zusätzlich war der Verkehr eine Herausforderung für uns.

In den Schulen gibt es jeden Morgen eine Andacht, bei der auch Lieder von Tagore gesungen werden. Die Schüler tragen Schuluniformen, für uns unvorstellbar. Was aber ein besonderer Unterschied zu unseren Schulen ist, ist, dass es keine Klassenräume gibt. Der Unterricht findet unter großen Bäumen statt. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Baum. Für die Besichtigung der einzelnen Klassen blieb uns leider wenig Zeit, da wir natürlich hauptsächlich an der Durchführung unseres Theaterprojektes arbeiteten. Zusätzlich wollten unsere Partner uns auch einen Eindruck von Tagores Wirken über die Schule hinaus vermitteln.

So besichtigten wir den Campus von Visva-Bharati und wandelten auf den Spuren von RabindranathTagore. Auch konnten wir in eine Kunstwerkstatt der Universität gehen und einen Eindruck über das Druckverfahren gewinnen.

Nachmittags ging es immer zur Akademie zurück, wo wir mit den indischen Schülern die Theaterstücke einstudierten und die Requisiten bastelten. Als Thema unseres Theaterprojektes hatten wir uns im Vorfeld mit unseren Partnern auf „Tagore meetsthe Brothers Grimm“ verständigt. Als Märchen der Gebrüder Grimm haben wir uns die Bremer Stadtmusikanten ausgesucht, da man mit diesem Stück wunderbar die Probleme einer immer älter werdenden Gesellschaft thematisieren kann. Das indische Stück hieß „The Parot‘s Training“ und handelte vom Bildungssystem in Indien.

Früh am Mittwochmorgen (7:00) haben wir einen von Tagore gegründeten Tempel besucht und am Morgengebet teilgenommen.

Dieser Tempel ist für alle Religionen offen. Im Anschluss haben wir den Ashram Campus besichtigt. Dabei besuchten wir auch das Jungshostel der PathaBhavana Schule. Unsere Partnerschüler wohnen oft nicht bei ihren Familien sondern im schuleigenen Internat. Mittwochs ist in Santiniketan immer schulfrei und so konnten wir eine schöne Zeit mit den Kindern verbringen.

Die darauf folgende Fahrradtour sollte etwas länger sein. Sie führte uns an einem Fluss vorbei, zu einem Markt und zu einem buddhistischen Tempel. Am Nachmittag folgten die Proben an unseren gemeinsamen Theaterstücken, sowie die Überlegungen für die Kostüme und die Bühnengestaltung. Unsere Proben dauerten bis 21:00 Uhr. Danach waren wir fix und fertig.

Die anderen Tage verliefen immer ähnlich. Vormittags besichtigten wir die nähere Umgebung von Santiniketan oder verbrachten Zeit in der Schule und am Nachmittag bis zum Abend folgten die Proben.

Wir besichtigten unter anderem eine Maghmela (Schulmesse) in Sriniketan und fuhren mit dem Rad nach Amar Kutir, einem kleinen Dorf in der Nähe. Hier gab es Lunch, wir lernten gemeinsam ein indisches Lied von Tagore und kauften unsere ersten Souvenirs.

Mittlerweile war es schon Freitag, den 07.02. und wir mussten nicht mit dem Fahrrad fahren, denn unsere Gastgeber hatten einen ganz besonderen Ausflug geplant. Wir fuhren mit dem Auto zunächst nach Dubrajpur und besichtigten dort Granitfelsen sowie eine Kaolinitfabrik in Patelnagar. Wir legten eine Strecke von über 200 km auf sehr staubigen und mit Schlaglöchern übersäten Straßen zurück. Wieder ein kleines Abenteuer für uns. Nach unserer Rückkehr in der Akademie folgten weitere Proben.

Am Sonnabend mussten wir sehr früh aufstehen, denn wir wollten am Morgenappell der PathaBhavana Schule teilnehmen und dieser begann schon um 7 Uhr. Im Anschluss ging es schnell mit den Fahrrädern zurück zur Akademie und von dort aus zum Bahnhof. Wir fuhren mit dem Zug nach Guskara. Dort besuchten wir den Onkel einer Gastschülerin, der uns eine sehr alte Tempelanlage zeigen wollte. Die Tempelanlage war sehr beeindruckend. Überall prunkvolle Verzierungen, die den Glanz vergangener Tage erahnen ließen.

Nach dem Mittagessen ging es dann noch in ein Dorf, in dem Bronzefiguren hergestellt werden. Wir konnten zusehen, unter welchen Bedingungen diese Produkte entstanden und auch einige davon im Anschluss erwerben.

Dann ging es per Bus zurück nach Santiniketan und wir probten weiter an unseren beiden Stücken und stellten die Kostüme her.

Am Sonntag war mal Ausruhen angesagt. Wir durften ausschlafen. Später folgte harte Arbeit an den Kostümen und den Theaterstücken. Für den nächsten Tag hatten wir uns etwas Besonders überlegt. Als Dankeschön für alle Mitwirkenden an unseren Projekten, wollten wir deutsches Essen kochen. Wir einigten uns auf Kartoffelsuppe, Bouletten und Gemüse. Natürlich alles vegetarisch.

Dafür mussten wir am nächsten Tag erst einmal einkaufen. Anschließend haben wir Kartoffeln geschält und Gemüse geputzt. Es wurde sehr lecker und hat allen gut geschmeckt.

Gut gestärkt begannen wieder die Proben an unseren Stücken und die Fertigstellung der Kostüme.

Danach sind wir zu der Nachmittagsbetreuung der jüngeren Partnerschüler gefahren. Dort haben wir unsere Bremer Stadtmusikanten als Puppenstück aufgeführt.

Am Dienstag, den 11.02., war der große Tag endlich da. Es war der Tag, an dem unsere einstudierten Stücke aufgeführt wurden.

Vormittags fand unsere Generalprobe statt und nebenbei wurde alles für unsere Theatergäste hergerichtet.

Um 16 Uhr war es schließlich soweit. Alle waren aufgeregt, aber alles gelang sehr gut und alle waren begeistert, am Applaus wurde nicht gespart. Unter den Gästen, die sich unser Programm angesehen haben, war auch der Enkel von RabindranathTagore.

Wir verbrachten noch den ganzen Nachmittag und Abend zusammen und uns wurde bewusst, dass es nun auch langsam hieß, Abschied zunehmen. Die letzte Nacht mit unseren Gastfamilien war schon vom Abschiedskummer getrübt. Wie würde es dann erst am nächsten Tag aussehen, wenn wir uns verabschieden sollten?!

Als wir am nächsten Tag auf dem Bahnhof Lebewohl sagten, flossen die Tränen. Am liebsten wären wir noch länger geblieben. All die netten Menschen sollten wir nun zurücklassen. Die Stimmung war sehr gedrückt. Einzig die Gewissheit, dass man weiterhin über WhatsApp Kontakt halten konnte, war ein Trost.

Zurück ging es mit der Bahn nach Kolkata. Obwohl wir ohne unsere Freunde ziemlich traurig waren, war unsere Reise noch nicht zu Ende. In Kolkata angekommen brachten wir unsere Sachen ins Hotel und nutzten den kurzen Abend für eine kleine Sightseeingtour. Wir haben unter anderem die berühmte Howrah Brücke, einen Blumenmarkt, einen Tempel neben dem Fluss und das Victoria Memorial gesehen. Erst spät in der Nacht ging es zurück ins Hotel. Während all unserer Aktivitäten waren unsere indischen Freunde im Livestream dabei. So konnten wir uns gegenseitig trösten und noch ein paar schöne Momente miteinander verleben.

Am Donnerstag den 13. Februar ging es dann mit dem Flugzeug nach Delhi. Hier verbrachten wir noch zwei Tage vor unserem Rückflug nach Deutschland und nutzten die Zeit, um uns bekannte Sehenswürdigkeiten anzusehen und noch einige Mitbringsel zu kaufen.

Sehr interessant für uns waren der Besuch des India Gate, des Hanuman-Tempels und der Besuch des Sikh-Tempels. Natürlich haben wir noch viel mehr von Delhi gesehen.

Am Sonnabend gegen 20 Uhr fuhren wir zum Delhi International Airport. Bei Ankunft mussten wir leider feststellen, dass unser Flug 6 Stunden Verspätung hatte. Das hieß für uns eine Nacht auf dem Flughafen zubringen.

Zum Glück haben wir alles gut überstanden und landeten am Sonntag gegen 13 Uhr in Berlin-Tegel.

Nun war unsere Indien-Reise wirklich vorbei, aber wir haben viele neue Freunde gefunden und diese Eindrücke werden uns wohl für immer prägen.

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