Aktuelles (Schule)


Poetry Slam Workshop

Mittwoch, 1. Juli 2015 um 13:11 Uhr von erik

 

Am Donnerstag, den 11.06.2015, kam der Berliner Poetry Slammer Lino Ziegel zu uns an die Schule und wir erhielten die Chance, an einem Poetry Slam Workshop teilzunehmen.  Den ersten Block hatten wir alle zwar noch Unterricht, doch um 10 Uhr begann dann schließlich der Workshop.
Elf SchülerInnen aus den Klassenstufen 9-11 nahmen daran teil. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde haben wir erst einmal geklärt, was Poetry Slam überhaupt ist:

„Ein Poetry Slam ist ein Dichterwettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit so vorgetragen werden müssen, dass sie den Zuschauer fesseln. Der Poetry Slammer benutzt dazu seine Stimme und seinen Körper, um einzelne Textpassagen noch deutlicher auszudrücken. Dabei sind keine Requisiten auf der Bühne erlaubt. Am Ende wählen die Zuschauer den besten Slammer aus. Meist sind die Texte alltagsverherrlichend, haben ein ernstes Thema oder sind vollkommen sinnloser Natur, mit dem Ziel, den Zuschauer zu begeistern.“

Diese kurze Zusammenfassung entstand aus dem gesammelten Wissen unserer Gruppe.
Lino Ziegel trug als Einstieg einen Text vor, den er selbst verfasst hat. Dieser Text handelte von Speisen, die Metaphern für die Liebe beinhalteten. Ein wirklich sehr lustiger Text, der nicht viel Sinn ergab und uns trotzdem amüsierte – schon durch die Art und Weise, wie Herr Ziegel ihn präsentiert hat. Mal schnell, wieder langsam, dann lauter, wieder fast schon gerappt und mal wieder etwas langsamer. Die meisten der Wörter haben sich gereimt oder klangen sehr ähnlich – womit wir auch zu unserer ersten Aufgabe kamen.

Herr Ziegel bat uns, die Speisen, die uns im Kopf geblieben waren, zu wiederholen und uns dann ähnlich klingende Wörter einfallen zu lassen. Ein Beispiel für eine Solche Reimkette war diese:
Cevapcici  – Fidschi – Litschi – Tai Chi – Fudschi – Sellerie und viele weitere.
Bei manchen anderen Wörtern war es schon schwieriger, Begriffe mit ähnlichem Klang oder Wortstamm zu finden.
Nun bekamen auch wir unsere erste Chance etwas zu schreiben. In Partnerarbeit sollten wir noch weitere Wörter finden und vier Zeilen schreiben. Der Inhalt? Vollkommen egal, er konnte sinnlos sein, lustig oder ernst.
Nach zehn Minuten stellten wir unsere Ergebnisse der Gruppe vor und haben dazu sogar versucht zu beatboxen, was nicht besonders einfach, aber sehr unterhaltsam war.

LOL

An diesem Wortbeispiel haben wir geübt, wie wir unsere Stimme beim Vortrag einsetzen können. Wir haben es im Chor immer lauter, dann wieder leiser gesagt, und das so deutlich wie möglich.
Dann haben wir es schneller und langsamer gesprochen, was sich zusätzlich auch noch sehr lustig angehört hat.
Auch insgesamt wurde viel gelacht, besonders aufgrund unserer – nicht immer sehr sinnvollen – Produkte, die so entstanden sind.
Besonders lustig waren auch unsere Rollenübungen. Ein betrunkener auf der Straße, ein singender Fan im Stadion, eine Tussi, ein Soldat, und viele mehr. Und das alles wurde mit nur einem Satz und viel Stimmeinsatz wirklich gut dargestellt:

Ausstieg in Fahrtrichtung links.

Es war schon erstaunlich, was man so alles mit diesem einen Satz machen konnte.
Unser zweites Schreibprodukt in diesem Workshop waren, nach einer kurzen Pause, ein paar Elfchen, die wir verfasst haben. Als Grundthema hatten wir alle Berlin bekommen und das zweite konnten wir uns selbst aussuchen.
Doch ein Berlin-Elfchen haben wir alle zusammen verfasst:

Berlin
wildes Nachtleben
bunt und hektisch
auf dem Dancefloor abtanzen
kiffen

Bei den Eigendichtungen gab es zahlreiche schöne Ergebnisse, und nach etwa zehn Minuten haben wir sie der gesamten Gruppe vorgestellt. Dabei konnten wir unser Wissen zur stimmlichen Modulation, das wir in der vorhergegangenen Zeit gesammelt hatten, anwenden. Herr Ziegel war besonders erfreut über unsere bereits sehr gut vorhandenen Schreib- und Dichtkenntnisse, wie sich auch bei unserem letzten Projekt des Tages zeigte: Unser eigener Poetry Slam.

Dazu schauten wir uns ein Video von einem bekannten Poetry Slammer an, Sebastian 23.
Der Slam hieß „Ärger die Monotonie“, ein wirklich sehr lustiger Text, den viele von uns nachvollziehen konnten. Es ging darum, auch mal etwas anders zu machen, und unter dieser Themenstellung sollten wir unseren eigenen Text verfassen oder zumindest Anfänge schreiben bzw. Stichpunkte machen, da es schon schwierig ist, so etwas in nur fünfzehn Minuten zu schreiben. Doch am Ende kamen nicht nur lustige, sondern auch sehr berührende Texte heraus.

Somit kamen wir leider auch schon zum Ende dieses Workshops. Uns allen hat es sehr viel Spaß gemacht, wir konnten viel Neues lernen und auch Lino Ziegel hat an diesem Tag mit einem sehr positiven Eindruck unsere Schule verlassen.
Außerdem wurde uns so auf kreative Wiese die Poetry Slam-Szene nähergebracht und wir mussten feststellen, dass uns das Konzept sehr gefällt.
Unser Dank gilt an dieser Stelle besonders dem Förderverein, der uns diese inspirierende Erfahrung durch finanzielle Unterstützung erst ermöglicht hat, und an die Organisatoren dieses Workshops – eine wirklich Klasse Idee!

Ronja Westhof, 9.4
17. Juni 2015

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